#Epstein-Skandal: Prinz Andrew, ein köngliches Bauernopfer

Thorne1983 [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Gestern Abend schlug erneut eine bittere Stunde der Wahrheit für das englische Königshaus. Die BBC sendete das Interview mit Virginia Giuffre, die Prinz Andrew des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Damals, noch unter ihrem Mädchennamen Roberts, sei sie 17 Jahre alt gewesen, was der Prinz gewusst habe. Zum Sex mit ihm sollen sie der pädophile Milliardär Epstein und seine Freundin Ghislaine Maxwell gezwungen haben. Laut Giuffre habe der Prinz aus allen Poren geschwitzt. Seine Erklärungen, er habe niemals Sex mit Virginia Guiffre gehabt und sie nie kennengelernt, wies sie als lächerlich zurück. Das seit Wochen durch die Presse geisternde Foto beschrieb der Prinz gar als „mögliche Fälschung.“ Was denn nun? Eine Email weist darauf hin, dass Prinz Andrew sehr wohl wusste, wer Virginia Roberts / Guiffre ist und welche Anschuldigungen sie gegen ihn erheben könnte.

Prinz Andrew leugnet weiterhin jede Schuld. Doch sein Rücktritt von allen öffentlichen Ämtern, sowie der in Kürze zu erwartende Rückzug der Queen zeigen, wie sehr die Monarchie unter Druck geraten ist. Das legendäre Interview von Prinzessin Diana und ihr mysteriöser Tod lasten noch immer auf dem Image der Windsors. Nach wie vor glauben viele Bürger, dass die Prinzessin, die als „Königin der Herzen“ galt, aus dem Weg geräumt worden ist.

Prinz Andrew trug bereits als junger Mann den Spitznamen „Randy Andy“ (scharfer oder geiler Andy), was spätestens jetzt eindeutig negativ konnotiert ist. Wie ein Gentleman hat sich Andrew nicht verhalten und nachweislich über seine enge Freundschaft zu dem pädophilen Epstein gelogen. Für den Buckingham Palace spielt es keine Rolle, ob Andrew die Verfehlungen begangen hat oder nicht, es geht um den „guten Ruf“ und eine wirksame Strategie, unliebsame Fragen erst gar nicht beantworten zu müssen. Notfalls lässt man Andrew nach einer gewissen „Karenzzeit“ ganz fallen und gibt scheibchenweise zu, dass an den Vorwürfen doch mehr dran ist, aber immerhin war das Mädchen bereits 17 und kein Kind mehr, „richtig“ pädophil sei nur Epstein gewesen. Dann steigt der „geläuterte“ Charles auf den Thron, der seine Frau Diana immerhin erst kennengelernt hat, als diese schon 19 Jahre alt war. Der Rest soll Schnee von gestern sein. Kate und William werden bereits als neue Hoffnungsträger der Monarchie aufgebaut, da sie beide für die „Moderne“ stehen …

Die wirklichen Hintergründe vermag auch Virginia Roberts / Giuffre nicht aufzudecken, wenn sie es denn täte, wäre der nächste Autounfall programmiert. Der Kollateralschaden Andrew scheint einkalkuliert, mit ihm verschwinden sämtliche Leichen im Keller, pardon, aus den Schlagzeilen. Das gemeine Volk hat seinen Schuft geliefert bekommen, wie auch der Vatikan hin und wieder einen hohen Würdenträger opfert, das System aber unangetastet bleibt. Dabei wäre die Frage einfach zu beantworten, was sich wohl alles in den oberen Etagen der Machtzirkel abspielt. Macht korrumpiert bereits auf unterster Ebene, angefangen in der Kommunalpolitik, in der kleinsten Dorfkita bis hin zu größten gesellschaftlichen Institutionen. Undenkbar, wie beim Bestechungsskandal der VW-Betriebsräte durch den Kriminellen Peter Hartz, ist gar nichts bis auf eines: Es werden nie Konsequenzen gezogen. (A.N.)

O24